Im Märchenland

Im Märchenland

Holly und die sieben Zwerge

… Das Mütterchen legte ab ihr Gewand,

drehte sich um und schaute zur Wand.

Holly sah zu, wie die Maske fiel.

„Und? Bin ich jetzt am Ziel?“

Die Königin schrie den Spiegel an:

„Ist jetzt vorbei der hässliche Bann?

Ich will endlich die Schönste sein.

Schneewittchen ist tot! – Ich war es allein!“

 

„Tut mir leid, ist  nichts zu machen,

Ihr werdet darüber wohl kaum lachen:

Schneewittchen lebt, das ist bekannt,

Ihr seid doch nicht die Schönste im Land.“

 

Die Hummel suchte sich ein Versteck.

„Hoffentlich ist die gleich weg!“

 

Die Königin verschob einen Stein –

ein Geheimgang – sie ging hinein.

Holly schaute vorbei am roten Sessel,

sah einen großen brodelnden Kessel.

 

Holly sprach zum Spiegel leise:

„Schick mich auf die große Reise.

Sag mir, wo ist das Haus der Zwerge,

steht es im Land der sieben Berge?“

 

Die Königin stand nicht am Topf,

drehte hin und her den Kopf:

„War da wer? Kann gar nicht sein,

bin ich hier doch nicht ganz allein?“

 

Holly trat vor, der Spiegel ging an:

„Du warst gestern ganz nah dran.

Folge dem Bach bis zu den Linden,

da wirst du Schneewittchen finden!“

 

Die Königin trat in den Raum

und traute ihren Augen kaum.

Der Spiegel rief: „Flieg durch das Land.

Die Stelle ist dir jetzt bekannt!“

 

Die Königin verschloss die Tür.

„Hummel, du bleibst schön bei mir!“

 

Ein Glas wurde Holly zum Verhängnis,

allein im Schloss saß sie im Gefängnis.

Sie versuchte, zwischendurch zu entweichen,

doch ihre Kraft sollte einfach nicht reichen.

Den Spiegel konnte sie auch nicht fragen –

ihr schlug das alles auf den Magen.

Die Hummel war total entsetzt,

war am Flügel leicht verletzt.

 

Lange war die Königin fort,

sicherlich an jenem Ort,

wo sich das Schneewittchen befand –

mitten im schönen Märchenland.

Am Abend sprang die Türe auf,

und die Geschichte nahm ihren Lauf.

 

Die Freude der Königin war recht groß,

redete sofort mit dem Spiegel drauflos.

 

Dieser brauchte nicht viel zu machen,

vorbei war es mit ihrem Lachen.

„Schneewittchen lebt? Wie kann das sein?

Es muss noch viel mehr Gift da rein.“

Sie leerte die Flasche unter prüfenden Blicken.

Diese Menge sollte für den Tod schon schicken.

 

Am frühen Morgen wurde sie wach,

schaute gleich im Kessel nach,

lachte laut und zog heraus

einen Apfel – ein Augenschmaus –

zwei Farben, eine tolle Mode.

„Die Rote führt sofort zum Tode!

Dieses Mal wird es schon klappen.

Das wird sein ihr letzter Happen!“

 

Schnell zog sie an ein altes Gewand,

nahm den Apfel in die Hand,

vergaß zu schließen alle Türen.

Sie durfte keine Zeit verlieren. …